von Ursula Weisensee
16.06.2026
Eigentlich wollte ich Anfang Juni in eine andere Richtung fahren, in die Mark Brandenburg. Aber das Interesse in unserer Wandergruppe war gering. Der Grund: Zur gleichen Zeit fand sich eine Gruppe mit dem Reiseziel Dachstein zusammen. Also entschieden Annette und ich, uns der Alpenfahrt anzuschließen. Am 30.05. ging es los und nach einer scheinbar nicht enden wollenden Busfahrt kamen wir ziemlich ermattet in Schladming an.
Am nächsten Tag waren wir alle froh, nicht mehr sitzen zu müssen, sondern wieder zu Fuß unterwegs sein zu können. Mit der Seilbahn fuhren wir hoch auf den Schladminger Hausberg, die Planai, und wanderten in großem Bogen wieder nach unten – 17km! Nicht jeden Tag war die Wanderung so intensiv, aber jeden Tag wurde gewandert. Den Dachstein haben wir mitgenommen, durch die Höll sind wir gelaufen und auf dem Rückweg mächtig nass geworden. Die kurze Talbachklamm war für den nächsten Regentag genau richtig.
Aber die zwei schönsten Wanderungen starteten bzw. endeten auf der Ursprungsalm. Schon die Busfahrt dorthin, über sich am Hang entlang windende Serpentinen, war prickelnd. Auf der Alm angekommen, ging es erst mal 400 hm hoch zum Giglachsee. Oben angekommen, zeigten sich die Alpenwiesen in ihrer schönsten Blumenpracht. Blauer Enzian und Bergenzian, Anemonen und Alpenglöckchen und ab und zu öffneten sich auch schon die Alpenrosen. Fotos über Fotos. Wir hatten Zeit. Aber es fehlte Regina. Sie hatte es beim Aufstieg nicht ganz so eilig wie wir. Anrufen ging nicht – Funkloch. Aber dann hatte auch sie es geschafft. Die gemeinsame Runde um den Giglachsee war fast schon gemütlich, die Ausblicke bezaubernd und am Ende wartete eine geöffnete Hütte auf uns. Zum Glück war Feiertag. Nach der verdienten und ausgedehnten Pause mussten wir uns dann sputen; die Rückfahrt war für 15:00 Uhr angemeldet. Als wir auf den Bus warteten, stieß noch Familie Erlebach zu uns. Sie hatten einen anderen Weg genommen und waren von ihrer Tour ebenfalls sehr angetan.
Also haben wir uns geeinigt, ihre Tour als Abschlusstour zu erwandern. Samstag ging es in der Früh los. Der Nebel und die Wolkensuppe waren nicht gerade einladend und dazu war noch Regen angesagt. Aber die Bergstation des Hochwurzen hielt eine Überraschung für uns bereit: Wir befanden uns über den Wolken und im strahlenden Sonnenschein! Der Rundumblick war fantastisch. Unten im Tal waberte die weiße Watte der Wolkendecke. Und darüber erhoben sich der Dachstein und all die anderen Berge ringsum. Als wir uns satt gesehen und das Gipfelensemble ausreichend fotografiert hatten, liefen wir los. Zunächst dem „Bankerlweg“ folgend ging es bergab und dann einen moderaten Anstieg hoch zum Roßfeld. Ein fast noch schöneres 360°-Panorama erwartete uns. Ein gut gesicherter, aber stellenweise überspülter Pfad führte uns vom Berg herunter. Nach ein paar Stunden kam die Ursprungsalm in Sicht und nach einer Hüttenpause ging´s wie gehabt mit dem Bus zurück nach Hause.
Der Abschied von Schladming ist uns sichtlich schwergefallen. Es gab noch so viele schöne Ziele zu erwandern ... ein andern Mal. Wir kommen wieder.