Um die Osterfeiertage machten sich Annett, Gregor, Stefan und Tobias auf den Weg nach Sizilien ins Klettergebiet von San Vito lo Capo im Nordwesten der Insel. Das Gebiet ist uns nicht unbekannt – und doch hatte es uns ein weiteres Mal hierhergezogen. Überzeugt es doch mit sehr vielen, meist gut gesicherten und oft ausgesprochen schönen Routen im besten Kalkstein.
Um die Osterfeiertage machten sich Annett, Gregor, Stefan und Tobias auf den Weg nach Sizilien ins Klettergebiet von San Vito lo Capo im Nordwesten der Insel. Das Gebiet ist uns nicht unbekannt – und doch hatte es uns ein weiteres Mal hierhergezogen. Überzeugt es doch mit sehr vielen, meist gut gesicherten und oft ausgesprochen schönen Routen im besten Kalkstein. Am ersten Tag kamen wir recht spät auf dem Campingplatz El Bahira an und die beiden Hütten wurden bezogen. Das Camp liegt direkt am Meer und ist idealer Ausgangspunkt zum Klettern an der langgezogenen Felsklippe Scogliera di Salinella. Die Wandbereiche (Sektoren) sind gut zu Fuß zu erreichen, wobei die kürzesten Zustiege nur wenige Minuten dauern. Einige hundert Kletterrouten sind im Kletterführer für diese Felsklippe verzeichnet. Davon sind zwar viele oberhalb unseres gewohnten Schwierigkeitsgrades, der hier übrigens mit der französischen Skala angegeben wird, aber das stört uns wenig. Denn es sind noch immer reichlich Optionen vorhanden.
Am ersten Morgen, nach einem gemeinsamen Frühstück, ging es schon zum Klettern an den Fels. Geklettert wurden einige Routen im 4. und 5. Grad im Sektor „Accanto al Muro“ und „Il Giardino dell’Eden“. Besonders schön waren „Macho“ (5c) und „Hot Discussion“ (5a). So verbrachten wir den Tag bei frühsommerlichem Wetter, das vor allem um die Mittagszeit schon ziemlich warm für uns gewesen ist. Zum Abend wurde gemeinsam gekocht und gegessen. Danach saßen wir vor den Hütten beisammen und schmiedeten den Plan, wo am nächsten Tag geklettert werden sollte.
Der zweite Klettertag führte uns zum Sektor „Seagull“. Gleich in seiner ersten Route hatte Gregor hier mit einem Wespenschwarm zu kämpfen. Die Wespen hatten ihr Nest in der Felswand nahe seiner Kletterroute. Nur schnelles Ablassen und das Zurücklassen eines Karabiners konnten hier wohl eine Attacke verhindern. Nach dem Schreck klettern wir noch gemeinsam zwei Routen an dieser Wand und erfrischten uns danach in der Badebucht am Meer. Das Wasser war mit ca. 18 °C noch recht kalt, aber eine kurze Schwimmrunde zur Erfrischung musste sein. Am Nachmittag besuchten wir den nahegelegenen Badeort San Vito mit seinem herrlichen hellen Sandstrand und türkisblauem Wasser in der großen Bucht. Dieses Mal ging es aber nur mit den Füßen ins Meer.
Der dritte Tag war noch einmal dem Klettern gewidmet. Wir wählten den Sektor „Potella delle Vacce“. Hier kletterten wir einige neue Routen und wiederholten auch einige, die schon von früheren Reisen bekannt waren. Sehr schön griffig und rau – und auch irgendwie recht leicht war „For Anna Maria“ (5b). Ziemlich schwierig hingegen die senkrechte und kleingriffige Route „Fay is the Boss“ (6a).
Für den nächsten Tag war zum ersten Mal Regen vorhergesagt. So konnten wir einen Ruhetag vom Klettern einplanen. Annett und Gregor besuchten die historische Stadt Erice, die auf einem ca. 700 m hohen Berg liegt. Tobias und Stefan erholten sich im Camp bzw. bei einer leichten Wanderung nach San Vito. Der Regen blieb dann aber fast völlig aus. So nutzten Stefan und Tobias doch noch die Gelegenheit und kletterten zwei Routen in unmittelbarer Nähe. Die erste „Just for Fun“ (4c) sollte ein einfacher Einsteiger sein, gefiel uns beiden dann aber nicht sonderlich. Die zweite Route war hingegen sehr schön und
irgendwie auch Pflichtprogramm zum Ostermontag – trägt sie doch den passenden Namen „Easter sacrifice“ (5b).
Die nächsten beiden Tage gehörten wieder ganz dem Klettern. Sektor „Giardo dell’Eden“ hielt genussvolle Routen wie „Flop“, „Flip“ und „Sogni d’Oro“ (alle 5b) bereit. In „Libra“ (5c) mussten Stefan und vor allem Tobias an ihre Grenzen gehen. Der letzte Abend wurde dann mit einer Pizza in der Pizzeria auf dem Campingplatz gefeiert.
Der letzte Tag, an dem abends die Rückreise anstand, sollte aber nicht ganz ungenutzt bleiben. So machten wir nach dem Packen und Aufräumen der Hütten den nahen Wandbereich „El Bahira“ unsicher. Noch drei letzte Routen wurden geklettert, darunter die schon bekannte, aber herausragende „Easy over“ (5c, 20 m), die als Schlüsselstelle weit oben ein kleines Dach bereithält, das allerdings leicht zu überklettern ist, wenn einmal die richtigen Griffe gefunden werden. Der Name ist also Programm. Damit war auch diese schöne Kletterreise fast vorbei. Am frühen Nachmittag traten wir die Fahrt zum Flughafen nach Palermo und somit endgültig die Heimreise an. Etwas geschafft von der intensiven Kletterwoche, aber auch sehr zufrieden über die gekletterten Routen, blicken wir zurück auf die tolle Kletterreise.
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