Vogtlandhütte DAV Plauen | © Gregor Urbansky

Langlaufwochenende in Schöneck

20.01.2023

Am 20. Januar 2023 machten sich 13 Sportler der Klettergruppe auf den Weg zur Vogtlandhütte bei Schöneck. Wir hatten geplant, ein aktives Langlaufwochenende in der Selbstversorgerhütte zu verbringen. Die Wochen zuvor war das Wetter warm, sodass die Landschaft grünte. Aber pünktlich zum Wochenende hatte Frau Holle begonnen, ihre Betten auszuschütteln. So konnten wir entgegen unseren Befürchtungen statt der Wanderschuhe nun doch die Langlaufski einpacken. Wie von Ingo empf – nein – befohlen, stellten wir beideunser Auto auf den großen öffentlichen (kostenpflichtigen) Parkplatz in der Nähe des IFA-Hotels.
Die Vogtlandhütte (748 m ü. NN) liegt im Wald, direkt an der Strecke der Vogtlandbahn zwischen Schöneck und Muldenberg. Weil die Hütte im Winter schlecht mit dem Auto zu erreichen ist, hatten wir uns auf den drei Kilometer langen Fußmarsch eingestellt und unser Gepäck inklusive Schlafsack, Essen und Langlaufausrüstung in Rucksäcken verstaut.

An der Hütte angekommen, trafen wir auf Ingo und Marion, die zum Glück schon die Öfen angeheizt hatten. Auch die anderen trudelten nun nach und nach ein; allesamt mit ihren Autos, denn durch den geringen Schneefall war doch eine Zufahrt möglich. Am Abend haben wir gemeinsam im großen Aufenthaltsraum gegessen, geschwatzt und Brettspiele gespielt. Genächtigt wurde in drei Zimmern mit Doppelstockbetten. Am Samstag nach dem Frühstück starteten wir voller Ambitionen über einen Waldweg Richtung Kammloipe, die sich auf 36 Kilometern zwischen Schöneck und Johanngeorgenstadt erstreckt. Aufgrund des kurzfristigen Wintereinbruchs zum Wochenende konnten die Loipen am Samstag noch nicht präpariert werden, sodass es sich eher um eine Skiwanderung handelte. Nach etwa drei Kilometern, an der Schutzhütte „Am Hämmerling“, teilte sich die große Gruppe auf. Ein Teil von uns bog auf die Rundloipe um Schöneck ab, um Kräfte zu sparen und am Sonntag bei besseren Bedingungen zu fahren.
Zu sechst folgten wir der Kammloipe weiter Richtung Mühlleithen. Die warmen Wochen zuvor hatten ihre Spuren auf der Kammloipe hinterlassen. Doch während uns grüne Grasbüschel und von Wildschweinen zerfurchte Wege auf dem Hinweg ausbremsten, lagen diese Unebenheiten bereits am Nachmittag unter einer dicken Schneedecke. Wir waren fast allein im Wald, dessen Geräusche durch den Schnee beinahe vollständig gedämpft wurden. Nach einem ordentlichen Anstieg zum Muldenberger Pass (770 m ü. NN) erreichten wir gegen Mittag den Parkplatz „Am Kielfloßgraben“. Die fortgeschrittene Tageszeit und das harsche Wetter ließen uns in den dortigen Imbiss einkehren. Wir fanden uns in einem Spanbrettverschlag wieder, dessen Deko vom japanischen Fächer, über eine Kuckucksuhr bis zu einem Poster der österreichischen Skinationalmannschaft von 2010 reichte. Bei gefühlten 38 Grad Raumtemperatur war die Suppe angenehm kühl. Gestärkt ging es einen weiteren Anstieg ins Schneckensteingebiet bis auf eine Hochebene mit Loipenrastplatz (840 m ü. NN). Am Panoramapark Schneckenstein trafen wir auf das verschneite Lager der DAV-Sektion Plauen, die dort seit 40 Jahren ihr Winterzelten veranstaltet – und wir dachten schon, wir wären hart gesotten. Die Loipe wand sich weiter hinauf bis zum bekannten Topasfelsen Schneckenstein (883 m u. NN), an dem wir noch eine kurze Pause einlegten. Der eisige Wind ließ uns schnell den Rückweg antreten. Laut einem Wegweiser hatten wir zwölf Kilometer zurückgelegt – wenn ich das vorher gewusst hätte!
Ingo, Silvio und Gregor hatten offenbar noch nicht genug und stapften auf einen kleinen Hügel, um von dort nochmal auf den Schneckenstein zu blicken und die Abfahrt zu genießen. Anschließend ging es dieselben zwölf Kilometer wieder zurück zur Vogtlandhütte, aber wenigstens bergab.


Am späten Nachmittag entspannte der Großteil unserer Gruppe noch im Schönecker Schwimmbad. Danach traf sich die Schneckenstein-Gruppe in der Dorfkneipe „Weiberzorn“. Wenig überraschend fielen wir an diesem Abend zeitig ins Bett. Am Sonntag haben wir nach dem Frühstück unsere Sachen gepackt und die Hütte geputzt. Als erstes verließen Alex und ich die Vogtlandhütte auf Skiern Richtung Schöneck, die anderen schaufelten ihre Autos frei und folgten uns.
Kurz vor der Straße machte ein kleiner Anstieg den Autos zu schaffen. Schnell packten alle mit an, kratzten den Untergrund frei und schoben die festgefahrenen Autos nach oben. Für uns ging es auf der frisch gespurten Loipe weiter Richtung Parkplatz, während einige noch nach Grünbach fuhren, um dort das Wochenende auf den inzwischen angelegten Loipen ausklingen zu lassen.
Ein herzlicher Dank gilt Ingo für die Organisation der Fahrt und die Buchung der Vogtlandhütte.


Anna Ladek