Der Wetterbericht für die Kletterwoche verhieß nicht viel Gutes. Es sollte viel Regen geben. So brachen wir am Morgen des 20.07. früh auf, um unsere erste gemeinsame MSL - Tour überhaupt zu klettern. Der Zustieg war ziemlich anspruchsvoll. Steil ging es über eine Stunde bergauf, ohne viel Aussicht, denn die Berge waren noch stark wolkenverhangen. Die Route war schnell gefunden. Nach kurzer Pause stiegen wir in „Steh auf Manderl“ (4+, 6 SL, 150 m) ein. Die Kletterei war bis auf den Einstieg und die Schlüsselstelle (Aufsteher), die für 4+ recht schwierig war, sehr schön. Nach kurzer Zeit saßen alle Abläufe und wir kamen gut voran. Nach 2,5 h waren wir oben. Dann wurde über die Route abgeseilt und zügig der Heimweg angegangen. So schafften wir es im Trockenen zurück. Keine 20 Minuten später setzte ergiebiger und anhaltender Regen ein – Glück gehabt!
Für den nächsten Tag war etwas stabileres Wetter vorhergesagt. Also nahmen wir uns den langen „Prielklettersteig“ (Gesamtlänge: 2.130m, 900 Hm, D) vor. Der Weg zum Einstieg glich dem des Vortages, war aber etwas kürzer. Es ging gut voran. Schwere Stellen sind gleich zu Anfang zu überwinden. Dann folgen lange, teils überhängende und ausgesetzte Querungen, danach leichtere Abschnitte. Später eine lange Leiterpassage, z. T. überhängend. Dann wird es leichter. Aber das Ende lässt noch lang auf sich warten. Nach ca. 5 Stunden erreichten wir den Gipfel mit dem riesigen roten Kreuz. Die Besonderheit von diesem Klettersteig war definitiv die große Länge, die ihn sehr fordernd macht. Nach kurzer Rast am Gipfel machten wir uns auf den Rückweg über die Brotfallscharte. Hier hatten wir zeitweise Wolkenlücken mit guter Sicht und konnten das beeindruckende Hochplateau des Gebirgsstocks überblicken.