Im Mitteilungsheft war eine Reise nach Ceské stredohori ausgeschrieben. Ich dachte, die Böhmische Schweiz ist immer eine Reise wert und noch 11 Wanderlustige dachten das auch. Also machten wir uns frohgemut auf den Weg.
Die Reise begann in Dresden mit der Bahn in Richtung Decin. Wir stiegen weit vor Decin aus, um uns der Stadt zu Fuß zu nähern. Eine Rast wurde eingelegt um gleich mal ein tschechisches Bier zu genießen. Hurtig weiter gewandert auf schmalen Pfaden durch Wald und Wiesen, noch eine Weile bergab und schon bezauberte uns der Blick auf die Stadt Decin mit dem prächtigem, in den Felsen gebauten Schloss ... und die Elbe. Ach, die Elbe - das Hochwasser war am Abebben, aber man konnte sehen, wie weit sie über die Ufer getreten war. Zwar sind die Ufer dort ziemlich breit, aber Schaden hatte es schon angerichtet. Der Schiffsverkehr ruhte noch. Die Fähranlegestellen lagen noch im Wasser. Wir übernachteten im Hotel CESKÉ KORUNA, stärkten uns ausgiebig, um erstmal wie der eine Strecke mit der Bahn zurückzulegen.
In Tschechien bieten die Bahnhöfe außer Gelegenheit zum Ein-und Aussteigen, was das Wichtigste ist noch etwas mehr, z.B. Imbiss, Auskunft - wie man sich eben einen Bahnhof vorstellt. Wir fuhren in einem schmucken Zug in Richtung Usti nad Labem, um wieder zu wandern. Das Ziel war Vrabinec der Sperlingsstein. Er thronte hoch oben auf einem Berg. auf einer Infotafel konnten wir uns noch mit dem geschichtlichen Hintergrund vertraut machen und dann kam der Aufstieg. Ehrlich, ob der Steilheit war mir schon ein bisschen Bange ums Herz, aber so schlimm war es dann doch nicht. Ein schöner Rastplatz belohnte uns und wir konnten unseren Aufstieg noch mit einer kleinen Kletterei hinauf auf des Felsens Spitze (!) krönen. Eine Sicherungshilfe mit Ketten half uns die Sache gut zu bestehen. Glücksmomente bescherte uns die Wanderlust und natürlich eine phantastische Aussicht. Es wurde weitergewandert bis Decin, um wieder die tschechische Küche und auch das Bier zu genießen oder umgekehrt. Man sagt ja: In Tschechien trinkt man nicht zum Essen, sondern man isst zum Trinken.
Am Sonntag wurde natürlich wieder gewandert. Wir bestaunten Felsformationen in vielfältigen Größenordnungen, erfreuten uns an der Natur, bewunderten die Wuchsformen der Bäume und die Schönheit der Bauwerke. Wir fühlten uns rundum wohl und waren stolz auf unsere Wanderleistung. Der Zug brachte uns wieder nach Dresden. Es war ein wunderbares Wanderwochenende. Ein herzliches DANKESCHÖN an Annelie Coch.
Gerlinde Boy
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