„Wie schön ist es jedes Mal zu erleben, wenn junge Leute beim Anblick der Berge ins Schwärmen und Staunen geraten und sich nicht satt sehen können", sagte im persönlichen Rückblick auf 14 Touren meine ehemalige Kollegin Kerstin Hensel. Und wie schön ist es, dass sich diese Begeisterung auch auf Eltern überträgt, die seit Jahren diese deutschlandweit an Gymnasien einmalige Unternehmung aktiv unterstützen, indem sie Urlaub nehmen, auch ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellen, mitfahren und uns Lehrer während der Touren begleiten und unterstützen.
Wir möchten stellvertretend hier Thomas Klammer, Uwe Blutshek, Thomas Heinzl, Kay Nestler, Ralf Goedicke, Benno Dieminger, Andreas Paul, Dirk Geithe, Anja Bartsch und Anja Rüdiger für ihren Einsatz danken und unserem ehemaligen Schüler Falk Müller, der darüber hinaus auch noch der Tour 2007 Ewigkeit verlieh, indem er mit Yannick Vornehm einen Film drehte mit dem Titel „Faszination Hütte Am Rande des Gletschers", mit dem er über Gera hinaus Furore machte. Dank gilt an dieser Stelle dem Förderverein des Rutheneum sowie dem DAV Sektion Gera und dem VW-Autohaus Hermsdorfer Kreuz für die alljährliche Unterstützung.
Neben Günther Eck, Kerstin Hensel und Monika Gneupel durfte ich ab 2009 und meine Kollegin Domenica Krödel ab 2014 die jährliche Tour weiterführen. Franziska Nowak, Luise Börner, Vivian Lohmüller und Maximilian Graf als mein Nachfolger begleiteten mich auf den letzten Touren. Verschiedene kleine und große Schwierigkeiten mussten in den letzten 29 Jahren gemeistert werden. Erinnert sei hier nur an Wetterextreme wie 2012, als eine Mure die Talstation der Lastenseilbahn zerstört hatte und wir das Gepäck nach oben tragen mussten. Doch selbst in diesem Jahr wurden neben dem Gepäck und der Verpflegung die Instrumente für den traditionellen letzten Hüttenabend mitgenommen.
Ein Höhepunkt stellte sicher die Tour 2015 dar. Schüler hatten die Idee, den jährlichen Rastplatz oberhalb der Alpeiner Scharte auf 3000 m in „Ruthenenrast" zu taufen. Zur 19. Tour wurde das Schild angebracht und somit verewigte sich unser Gymnasium an diesem Seitengipfel.
Die 25. Alpentour sollte eine besondere Hüttentour werden. 15 Schüler und 7 Erwachsene wanderten auf einem Teil der Peter-Habeler-Runde. Startpunkt war die Jausenstation im Venntal oberhalb des Brennersees. Der erste Aufstieg zur 2693 m hochgelegenen Landshuter Europahütte hatte es in sich. Doch alle Mitstreiter bewältigten die ca. 1500 Höhenmeter bei bestem Wetter in 5 Stunden. Am nächsten Tag ging es im leichten Regen in 4 Stunden zum Pfitscherjochhaus. Gut ausgeruht starteten wir tags darauf bei aufziehenden Wolken und Nebel zur „Königsetappe". Es ging vom Pfitscherjochhaus über die Alpeiner Scharte zur Geraer Hütte. Die oberhalb der Alpeiner Scharte gelegene Ruthenenrast auf 3000 m sollte bei einsetzendem Schneefall nur kurzes Zwischenziel sein. Mit 8 bis 10 kg Gepäck auf dem Rücken war die Etappe für alle eine persönliche Herausforderung. Stolz waren alle nach 8 Stunden unser Ziel die Geraer Hütte erreicht zu haben. Der letzte Tag hielt bei bestem Wetter eine bekannte Tagestour zu den Schöberspitzen und zum Ramsgrubner See bereit. So sollte diese besondere Hüttentour mit dem Abstieg zur Touristenrast und der Heimfahrt ein erfolgreiches Ende finden.
Mit der diesjährigen 29. Hüttentour beende nicht nur ich das Kapitel Geraer Hütte und übergebe an meinen Nachfolger Maximilian Graf, sondern auch die Hüttenwirte Katharina und Arthur Lanthaler haben ihre letzte Saison auf der Hütte. Dafür möchten wir und ich persönlich Dank sagen für über 15 Jahre gemeinsame Zeit in den Bergen.
Ich hoffe sehr, dass persönliches Engagement der Lehrer und Eltern und die Begeisterung der Schüler diese langjährige Tradition erhalten können und der Ruf der Berge am Rutheneum nicht ungehört verhallen möge.
Matthias Bauer/Sportlehrer